Heidelberga Deleta

Kurfürst Karl Ludwig vermählte aus politischem Kalkül 1671 seine Tochter Liselotte mit dem Herzog Philipp von Orléans, dem Bruder des französischen Königs Ludwig des XIV. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß er mit dieser Vermählung den Grundstein zur Verwüstung der Pfalz und Heidelbergs legte.

Fünf Jahre nach seinem Tod verstarb 1685 auch sein einziger Sohn Karl, der letzte männliche Nachfolger in der Linie der Pfalz-Simmern. Damit schien die Erbfolge ungeklärt und König Ludwig der XIV erhob im Namen seiner Schwägerin, der Herzogin von Orléans, die aber keineswegs mit seinem Vorgehen einverstanden war, Ansprüche auf die Hinterlassenschaft des Kurfürsten. In dem nun folgenden orléansschen Erbfolgekrieg und der französischen Kampagne gegen die Pfalz von 1688 bis 1697 versuchte der französische König Ludwig XIV seine Ansprüche auf die Pfalz durchzusetzen. Diese Kampagne war um so vernichtender, als man sich gerade aus dem Elend des 30jährigen Krieges emporgearbeitet hatte und sich eben die alte Lebenslust der Kurpfälzer wieder zu regen begann.

Das Heidelberger Schloß weiß von manchen kriegerischen Stürmen zu erzählen, die über Stadt und Land hinbrausten, aber keiner hat so tiefe Spuren der Verwüstung hinterlassen wie der Orléansche Krieg, in dessen Verlauf Heidelberg 1689 zum Teil und 1693 total zerstört worden ist.