Schlossbeleuchtung

 

Wer je eine Schloßbeleuchtung in Heidelberg mitangesehen hat, dem bleibt der entzückende Anblick unvergesslich. Es ist jetzt fast 200 Jahre her, dass zum ersten Mal der Gedanke auftauchte, eine Schloßbeleuchtung zu veranstalten. Anlaß waren die Ereignisse von 1689-1696 und der Feldzug gegen Napoleon. Zunächst berührten die Ereignisse von 1813 und 1814 Heidelberg nur am Rande als Quartier für durchziehende Truppen und Fürstlichkeiten. Im Frühjahr 1815 war aber hier das Hauptquartier des Fürsten Schwarzenberg.

 

Im Juni 1815 hielten sich auch Kaiser Franz von Österreich und Zar Alexander von Russland und viele andere Fürstlichkeiten mehrere Wochen in Heidelberg auf um eine “Heilige Allianz” zu schmieden. Ihnen zu Ehren beschloß der Magistrat der Stadt die Ruinen des Schlosses zu illuminieren.

Die Ausführung geschah mit den einfachsten Mitteln, man häufte Holz und andere brennbare Stoffe im Schloßhof auf und steckte sie in Brand. Das war freilich nicht ganz ungefährlich. Heute ist durch die Verwendung des bengalischen Feuers jede Gefahr ausgeschlossen, und die Wirkung ist infolge der Leuchtkraft um so eindrucksvoller.

Wenn mit einem Mal die glutroten Mauern aus dem abendlichen Dunkel hervortreten und die Raketen emporsteigen, als ob entladende Minen Steine in die Höhe schleuderten, wenn in der zitternden Luft die ragenden Giebel zu wanken und zu fallen scheinen und eine Wolke von Rauch den Bergabhang hinaufzieht, dann kann man sich ein Bild davon machen, wie es einst bei der Zerstörung des Schlosses zuging....